2 Damen mit der richtigen Kragenweite: Tell! Fashion

18. März 2015

Interview mit Hamburgs Designernachwuchs

 

clara und merle

Name, Alter: Clara, 25 & Merle, 24

Studieren: Modedesign an der JAK in Hamburg

Eigenes Label: TELL! Fashion

Lieblingszeitschrift: Sleek Magazin, WhiteLies Magazin, Qvest

Farbe, von der beide gerade nicht genug kriegen: Zitronengrün, Ziegelorange und Safrantöne. Als Akzent! Aber eigentlich können wir uns da nicht festlegen! Es gibt aber viele Grundfarben, wie Schwarz, Grau- und Dunkelblautöne, die wir immer wieder verwenden. Diese zeigen in anderer Kombination jedes Mal neue Facetten.

 

Hi, Holá & Privet liebe Clara und liebe Merle,

schön Euch bei uns zu haben. Ihr gehört zu Hamburgs Nachwuchsdesignerinnen und habt mit „TELL! Fashion“ bereits Euer eigenes Label gegründet. Bitte stellt Euch kurz unseren Lesern vor.

>>Neben unserer Freundschaft verbindet uns vor allem die große Lust am Experimentieren, Ausprobieren, Kreieren.. viel lieber mit den Händen als digital. Außerdem haben wir eine gemeinsame klare Vorstellung davon, was wir gut finden, wo wir die Ästhetik sehen, die uns anspricht. Deshalb machen wir Mode!

Tell! Fashion geht Modeliebenden an den Kragen. Wie kam es dazu?

>>Wir haben festgestellt, dass Kragenketten und riesen Colliers sehr beliebte Accessoires waren oder eher immer noch sind und daraufhin wollten wir etwas Neues aus diesem Trend entwickeln. So kam es zu unseren Kragen.

Tell Fashion 4

Wie können wir uns Euer schöpferisches Arbeiten vorstellen? Woher nehmt Ihr Eure Inspiration?

>>Irgendwoher kommt ein Reiz, aus dem man etwas machen möchte. Der kann alles sein! Und eigentlich ist er nie mit einer langen Suche nach Inspiration verbunden und hat meistens auch nichts mit Mode direkt zu tun. Wir denken eher, dass man uninspiriert bleibt, sobald die Suche nach Inspiration beginnt. Die einzelnen „Arbeitsschritte“ ergeben sich anschließend wie von selbst…

Tell! Fashion 3

Große Designer entwerfen oft Mode, die als Kunst schön anzuschauen ist. Jedoch fällt mir bei diesen Kunstwerken oft nicht ein Anlass ein diese zu tragen. Für wen und zu welchem Zweck entwerft Ihr Eure Mode?

>>Auch für unsere Mode gibt es kein Diktat. Wir möchten, dass jeder individuell entscheiden und wählen kann, wann er den Kragen tragen möchte. Wir sind auch immer offen für eigene Wünsche und Anregungen der TrägerInnen.

Tragt Ihr Eure Mode auch privat?

>>Na klar tragen wir unsere Kragen auch selber! Je nach Kragen und Lust und Laune eben.

Wie steht Tell! Fashion zu Pelz?

>>Eigentlich sehen wir das Thema neutral, aber uns reizt Pelz einfach als Material nicht. Es wird also keine Pelzkragen geben.

Ihr als Jungdesigner steht nun kurz vor Eurem Abschluss. Welche Designer haben faszinierend auf Euren Weg eingewirkt?

>>Clara: Hierzu zählt definitiv die Amsterdamer Designerin Iris van Herpen. Sie arbeitet eng mit Programmierern zusammen und verwendet 3D-Druck für ihre Designs. Ich liebe die filigranen Objekte, die hierbei entstehen! Außerdem ist sie eine der wenigen Designer, die Haute Couture zeigen dürfen. Außerdem finde ich Anne de Grijff sehr spannend, auch aus Amsterdam. Sie macht Mode nach Charakter. Zuerst studiert sie eine Person und lernt sie genau kennen, bevor sie dann Kleidung für diese entwirft. Besonders gut gefallen mir auch ihre sebstentwickelten Faltentechniken! Da wird Stoff durch spezielles Falten bearbeitet und es entstehen neue Oberflächenstrukturen, eben nicht durch Prints oder Applikationen. Nicht zu vergessen: Ich mag das Klare, Pure an der Mode von Jil Sander. Das ist so zeitlos. Vor allem ihre eigene Arbeit, aber auch damals die von Raf Simons.

>>Merle: Die Stockholmer Designerin Minna Palmqvist. Sie verbindet Mode und Kunst in unterschiedlichen Projekten mit verschiedenen Thematiken – die Mode des Labels ist ausgefallen aber trotzdem geradlinig und klar. Sie nutzt auch verschiedene Handarbeiten, was den Kleidungsstücken einen tollen Wiedererkennungswert und etwas Individuelles gibt. Das schwedische Label Orphan Bird mit dem italienischen Designer Ciro Supino gefällt mir auch sehr gut! Pure Mode mit tollen, außergewöhnlichen Details. Die Mode wirkt unaufgeregt, abschottet von aktuellen Trends – hochwertige Verarbeitung verbunden mit experimentellen Schnitten. Dann noch Ida Klamborn. Sie verwendet grafische Prints mit außergewöhnlichen Silhouetten. Das ist sehr kontrastreich, mit interessanter Spannung der Looks.

tell logo textClara Irene Huber und Merle Schröer, süßen Dank für diesen Plausch. CharlEv findet Eure Ideen sehr erfrischend und freut sich schon auf Eure neue Frühjahrs-Kollektion. Abschließend sagt uns bitte noch in 3 Worten:

Was macht den individuellen Charakter von Tell! Fashion aus?

>>Unabhängig, Statement, formend!

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